Fachgespräch mit einer frischgebackenen Projektmanagerin der AFW Bad Harzburg

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des deutschen Fernlern-Verbands Forum DistancE-Learning beteiligte sich die AFW Wirtschaftsakademie Bad Harzburg an einem Stipendiaten-Wettbewerb. 40 Stipendien für je einen Fernlehrgang waren ausgelobt. Die AFW als älteste Pionierin des Fernunterrichts für Führungskräfte, die 2011 selbst ihren 50. Geburtstag feiert, vergab das Stipendium für ihren Bestseller: das sechsmonatige Kurzstudium für angehende Projektmanager (http://www.afwbadharzburg.de/fernlernen/fernstudium/Projektmanagement.htm)
Die AFW sprach mit einer der 40 Stipendiatinnen, die inzwischen ihr Fernstudium abgeschlossen hat:
der 33-jährigen Diplom-Kauffrau Kendra Roder aus Hamburg. Frau Roder hat die hohen Erwartungen der
AFW übertroffen und ihre Prüfung zur Projektmanagerin mit “Sehr gut” abgeschlossen.

Frau Roder, bevor Sie sich um ein Jubiläums-Stipendium bewarben, hatten Sie sich für eine Zusatz-Weiterbildung im Projektmanagement entschieden – warum?
Kendra Roder: In meiner vorherigen beruflichen Tätigkeit hatte ich es mit vielen kleineren Projekten zu tun, die teilweise wenig strukturiert verlaufen sind. Aus diesem Grund wollte ich mein Wissen in diesem Bereich intensivieren. Da die Arbeit in Projekten immer mehr zunimmt, erschien mir eine Fortbildung im Projektmanagement auch generell sinnvoll.
Einzige Anbieterin eines vom Verband ausgelobten berufsbegleitenden Projektmanagement-Studiums war die AFW Wirtschaftsakademie in Bad Harzburg. Sie hatten bereits zwei oder drei Fernstudien hinter sich; waren Sie als erfahrene Fernlernerin schon über die AFW informiert?
Roder: Die AFW war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Ich habe mich weitestgehend über die Website der AFW informiert. Die genaue Auflistung aller Studieninhalte sowie die Statements verschiedener Fernstudierenden haben mich überzeugt.
Was an dem angekündigten Projektmanager-Lehrgang der AFW hat für Sie den Ausschlag gegeben, sich schließlich zu bewerben – mal abgesehen von der finanziellen Förderung?
Roder: Der staatlich zugelassene Abschluss mit Harzburg-Zertifikat war einer der Hauptgründe. Angesichts der Vielzahl an Weiterbildungs-Angeboten musste ich sehr genau auswählen, um einen nachhaltigen Studienerfolg zu erreichen. Auch waren Studienumfang und Ortsunabhängigkeit entscheidend. Die Studiendauer war absehbar, so dass ich das Studium auch bei sehr knapper Zeit absolvieren konnte.
Das AFW-Kompaktstudium zum Projektmanager ist ja eine Art Crashkurs, der auf mehreren didaktischen Schienen läuft: Studienbriefe mit Studienaufgaben, begleitendes Fachseminar, DVD-Vorlesung, Online-Zugang zum „Projektmagazin“ und – in der Prüfung – Lösung praktischer Fälle. Was daran fanden Sie besonders lehrreich und didaktisch sinnvoll?
Roder: Ich persönlich lerne sehr gern mit schriftlichen Studienbriefen, die ich für mich auf das Wesentliche verkürze. Das begleitende Fachseminar bot mir – im Rahmen der Examensvorbereitung – die Chance, bereits erworbene theoretische Kenntnisse nochmals in der Praxis zu überprüfen.
Dies war ja bereits Ihr viertes Studium – nach Business-Studien in Brighton, Wirtschaftswissenschaften in Hagen und Internationalem Management in Hamburg. Wenn Sie einen Vergleich der Studien wagen: Was haben Sie bei Substanz und Verlauf Ihres AFW-Studiums als besonders lern- und vielleicht auch als karrierefördernd erlebt?
Roder: Die Betreuung durch die AFW fand ich sehr hilfreich für meinen Lernerfolg; die Kommunikationswege waren kurz und unbürokratisch. Den Umfang der Lerninhalte möchte ich an dieser Stelle gern loben. Aufgrund vorhergehender Studien waren mir viele Inhalte – etwa in Kommunikation oder theoretischen Grundlagen – zwar bereits bekannt, ein erneutes Befassen mit diesen Themen förderte aber die Nachhaltigkeit.
Für die AFW waren Sie unter den vielen Stipendien-Bewerbern die Erste Wahl, weil Sie Ihre Bildungskarriere bislang besonders zielstrebig und erfolgreich angegangen sind und verstanden haben, Studium, Weiterbildung, Beruf und Familie diszipliniert unter einen Hut zu bringen. Was war daran besonders reizvoll oder besonders schwierig?
Roder: Für mich reizvoll war die Möglichkeit, meinen Kopf auch während meiner Elternzeit außerhalb von familiären Gegebenheiten zu nutzen, ohne mich dabei zu sehr unter Druck zu setzen. Schwierig wurde es zum Ende des Studiums, weil mein Baby während der Prüfungs-Vorbereitungen bereits sehr mobil war und mich den ganzen Tag gefordert hat.
Wann und unter welchen Umständen haben Sie als versierte Fernlernerin
im Lern-Alltag Ihr Studienmaterial bearbeitet: auf der Fahrt zur Arbeit, in der Wochenend-Freizeit, wenn Ihr Baby schlief – erzählen Sie bitte mal…
Roder:…ja, das stimmt: Den größten Teil der Lerninhalte habe ich entweder morgens erarbeitet, während das Baby schlief und der Große im Kindergarten war – oder abends, wenn die Kinder im Bett waren. Von Zeit zu Zeit nutzte ich ebenfalls Wartezeiten beim Arzt zum Lernen, zum Beispiel bei der halbstündigen Aufzeichnung der Herztöne des Babys in den Wochen vor der Geburt.
Zwei ihrer Kinder haben Sie während des Studiums zur Welt gebracht. Ist und war für Sie das glückliche Familienleben ein guter Motivator bei der Verfolgung Ihrer Bildungs-Ziele? Und hat Ihre Partnerschaft dazu beigetragen, Ihnen Freiräume für das Studium zu schaffen – inwiefern?
Roder: Nein, die Kinder haben mit der Verfolgung meiner Bildungsziele weniger zu tun. Sie haben lediglich die Art und Weise meiner Studien-Alternativen bestimmt, das heißt, Fernstudium statt Präsenzstudium oder theoretische versus praktische Diplomarbeit. Die Hilfe meines Partners war für die Umsetzung des Zeitplans wichtig, damit ich wenigstens die wichtigsten Präsenztermine wahrnehmen konnte.
Die AFW ist bei der Bewältigung Ihres Fernstudiums auf Ihre persönlichen Belange eingegangen. Sie konnten über die Regelfrist von sechs Monaten hinaus eine Studienzeit von zwölf Monaten voll ausschöpfen und sind zu einer exklusiven Einzelprüfung nach Bad Harzburg eingeladen worden. Wie haben Sie diese Privilegien bewertet?
Roder: Ich fand die Flexibilität der AFW herausragend und außergewöhnlich und möchte mich auf diesem Weg nochmals für alles bedanken.
Während Ihrer Studien waren Sie fast immer berufstätig, und bereits zwei Monate nach Abschluss zur Diplom-Kauffrau als die alleinige Controllerin bei der Otto Media GmbH in Hamburg tätig. Wie beschreiben Sie den ursächlichen Zusammenhang zwischen Studien-Abschluss und beruflichem Einstiegs-Erfolg? War ein Prädikatsabschluss wichtig?
Roder: Ja, ich glaube, in Deutschland sind nach wie vor Art und Anzahl der Prädikatsabschlüsse von großer Bedeutung für den beruflichen Werdegang. Es gibt immer mal wieder Controller-Stellen, die auch mit Nicht-Uni- oder Nicht-FH- Abgängern besetzt werden, die aber dafür in der Regel andere Berufserfahrungen und Qualifikationen mitbringen. Die meisten namhaften Unternehmen fordern jedoch mindestens einen BA-Abschluss im Bereich Controlling.
Nun haben Sie vor wenigen Monaten einen Karrieresprung zur DEA gemacht und sind dort jetzt als Petroleum Economist verantwortlich tätig. War die Tatsache Ihrer neuerlichen Wissens- und Kompetenz-Erweiterung mit ausschlag-gebend für diesen Aufstieg?
Roder: Ehrlich gesagt, hier habe ich bisher kein Feedback! Ich gehe aber davon aus, dass meine neue Zusatzqualifikation auf Interesse stieß. Die Stellenbe-schreibung der DEA umfasste nämlich auch das Schreiben von Projektanträgen.
Haben Sie schon eine Agenda 2011/2012 für Ihre weitere Fortbildung? Und soll es wieder ein Fernstudium werden?
Roder: Zur Zeit plane ich keine weitere Fortbildung, da ich mich vorerst intensiv in meine neue berufliche Tätigkeit einarbeiten möchte. Ein Kind im zweiten Lebensjahr bietet außerdem kaum Freizeit-Spielräume. Sollte ich allerdings zu einem späteren Zeitpunkt eine Fortbildung angehen, wird es in jedem Fall ein Fernstudium sein.
Weitere Informationen zur AFW Bad Harzburg unter www.afwbadharzburg.de