Kindererziehung und Curriculum lassen sich an Präsenzuniversitäten schlecht verbinden. Ein Fernstudium ist flexibler. Moderatoren des Portals Fernstudium-Infos.de geben Tipps zum Fernstudieren mit Kind.
Ein fester Stundenplan mit Anwesenheitspflicht und Veranstaltungen am frühen Abend – problematisch, wenn man das Kind um 16 Uhr aus der Kita abholen muss. „Die Studienorganisation nimmt kaum Rücksicht auf die Zeitstrukturen von Studierenden mit Kindern“, so die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Die Folge: Sie verzichten häufig auf den Besuch von Lehrveranstaltungen. Mehr als jeder Dritte studiert in Teilzeit. Jedoch sind nur zwei Prozent der Studiengänge darauf ausgerichtet. „Ein Fernstudium ist flexibler als ein Präsenzstudium und dadurch familienfreundlicher“, sagt Markus Jung, Inhaber des Portals Fernstudium-Infos.de, das über mehr als 350 Fernstudiengänge an über 100 Hochschulen informiert. „Aber auch Fernstudenten müssen das Studium mit Kind gut organisieren.“
Mit Kind Vollzeit studieren
Inés Peters, 29, studiert Mathematik an der britischen Fernuniversität Open University – 40 bis 50 Stunden pro Woche. Ihr Mann bringt den dreijährigen Sohn Maximilian auf dem Weg zur Arbeit in die Kita. „Kommen die beiden nachmittags nach Hause, ist Familienzeit“, sagt Peters. Wenn Maximilian im Bett liegt, geht es für seine Mutter zurück an den Schreibtisch. Durchschnittlich alle drei Wochen sendet die Studentin eine Aufgabe an ihren Tutor nach England. Ihre Prüfungen schreibt sie an der Partnerhochschule in Hamburg, wo sie Unterlagen einsehen und sich beraten lassen kann. Die Tutoren der Open University betreuen die Studenten über lange Zeiträume: „So kennen sie unseren Lernstand gut und geben hilfreiche Tipps“, findet Peters. „Es geht ihnen darum, die Studenten möglichst gut durch die Prüfungen zu bringen, im Gegensatz zu manchen Präsenzuniversitäten, wo eher ausgesiebt wird.“ Im Herbst fährt Peters nach England: Dort löst sie in einer intensiven Seminarwoche im Team mit anderen mathematische Probleme. „Solche Termine stehen früh fest. In dieser Zeit darf mein Mann nicht auf Dienstreise gehen oder die Schwiegereltern sind da“, sagt Peters.
Vier Kinder, ein Job, ein Studium
Verena Franz, 44, ist Lektorin und allein erziehende Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Seit kurzem studiert sie Kulturwissenschaften an der Fernuniversität Hagen und Französisch aus dem kostenfreien Angebot der Open University (Open Learn). Ihr Grund für das Fernstudium: „Freie Zeiteinteilung!“ Von Montag bis Sonntag arbeitet die Freiberuflerin vier bis zehn Stunden vom heimischen PC aus. „Die Fülle des Postfachs bestimmt die Struktur des Tages, den Rest gestalte ich um die Arbeit herum“, erzählt Franz. Für das Studium bleiben zurzeit nur zehn Stunden pro Woche. „Es ist eine ständige Gratwanderung zwischen Familie, Haushalt, Job und der Frage, ob ich allem gerecht werden kann“, räumt Franz ein. Einen richtigen Feierabend vermisst sie zwar manchmal, trotzdem kann sie sich keine andere Arbeitsweise vorstellen: „Ich bin viel kreativer, wenn ich selbst entscheide, wann ich arbeite und wann ich studiere.“
Praxis-Tipps: Ein Fernstudium erfordert viel Organisation
„Familie und Fernstudium unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht“, sagt Markus Jung, der selbst zwei Studienabschlüsse per Fernstudium erwarb. Mit Fernstudium-Infos.de informiert er Interessierte rund um das Thema Fernstudium. Franz und Peters beraten als Moderatorinnen im Forum. Ihre Tipps für die Organisation des Fernstudiums mit Kind:
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